Der geschichtliche Überblick

Jestädt ist mit einer nachweislichen Ersterwähnung aus dem Jahr 876 eine der ältesten Siedlungen des Altkreises Eschwege. 1324 wurde der Ort unter der Bezeichnung „Gestede“, im Jahr 1414 als „Jestade“ urkundlich erwähnt. Bis zum Jahr 1408 gehörte der Ort den Grafen von Eberstein, 1414 wurde Jestädt der Familie von Boyneburg-Honstein als Lehen der Herzöge von Braunschweig übergeben. Die erlangten für die Region als Herren eines dort eingerichteten Gerichtssitzes, dem auch auch die benachbarten Orte Motzenrode und Neuerode unterstanden, besondere Bedeutung. Den Einfluß und das Ansehen der Familie vergegenwärtigt noch heute deren ehemaliger Wohnsitz in Jestädt, ein repräsentativer Dreiflügelbau aus der Mitte des 16.Jahrhunderts, der sich am Ostrand der historischen Ortslage erhebt. Die in direkter Nachbarschaft zum Schloß befindliche Kirche diente der Familie von Boyneburg-Honstein als Grablege. Nach dem Erlöschen der Linie zu Ende des 18. Jahrhunderts nahmen die Herren von Eschwege deren Platz ein. Bis ins 18. Jahrhundert wurde in Jestädt Wein angebaut. 1738 waren acht Winzer im Ort ansässig, die die zum Herrenhaus gehörigen Weinberge bewirtschafteten. Mit dem in das 1536 datierte Gebäude Hauptstraße 35 hat sich in Jestädt das nachweislich älteste Wohnhaus im Werra-Meißner-Kreis erhalten. Anzumerken bleibt außerdem, daß sich mit dem jüdischen Friedhof des Ortes eine der ältesten jüdischen Begräbnisstätten in Hessen erhalten hat.